Zermatt Marathon

Es ist gelungen, nachdem Dieter Kary und Richard Dolde im vergangenen Jahr erneut den K42-Bergmarathon in Davos gelaufen waren, Dieter außerdem noch den Zugspitztrail und Richard den Brixen Dolomiten Marathon, konnten wir drei weitere SG Stern-Läufer zu einem Bergabenteuer überreden.

Aus einer großen Zahl möglicher Laufveranstaltungen, haben wir uns dann bei einem Stammtisch für Zermatt entschieden. Reiner Frank und Uwe Wonneberg legten sich auf die Marathonstaffel fest, Heike Wonneberg wollte ihre Berglaufkarriere gleich mit dem Marathon beginnen, Dieter und Richard wollten den Ultra in Angriff nehmen. Bei der Staffel, war natürlich zu klären, wer die erste Hälfte mit knapp 600 Höhenmetern und wer die zweite Hälfte mit etwa 1400 Höhenmetern in Angriff nimmt. Es ist nicht genau überliefert, wie die beiden das geklärt haben, aber Uwe ist die erste Hälfte, Reiner die zweite Hälfte gelaufen.

Am Donnerstag, den 30. Juni sind wir dann mit dem SG Stern Vito nach Zermatt gefahren. 21 Km vor Zermatt in St Niklaus, das zugleich Startort ist, haben wir dann gleich noch unsere Startnummern abgeholt, da die Startnummern auch freie Bahnfahrten für die nächsten drei Tage beinhaltet haben. Am Abend haben wir dann unser Quartier, eine Ferienwohnung in Zermatt bezogen. Das Abendessen bei einem Italiener in Zermatt vermittelte uns dann gleich einen Eindruck über das Schweizer Preisniveau, eine Pizza gab es für um die 24 Schweizer Franken.

Dafür gab es am Freitag Morgen Traumwetter in Zermatt. Von unserem Balkon hatten wir bei wolkenlosem Himmel einen herrlichen Blick auf das „Horu“, wie das Matterhorn bei den Einheimischen heißt. Nach ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof der Gornergratbahn, unsere Startnummern erlaubten uns ja freie Fahrt. Wir wollten uns in der Höhe etwas akklimatisieren und etwas mehr über das Marathon- und das Ultramarathonziel erfahren. Zunächst ging es ganz hinauf auf den Gornergrat. Dort oben, auf 3089m ist das Ziel des Ultramarathons. Das Panorama hier oben war grandios, bei herrlichstem Wetter konnten wir 29 4000er, Unmengen fotografierender Japaner und auch den Zieleinlauf des Ultras besichtigen. Anschließend sind wir mit der Bahn eine Etage nach unten gefahren zum Marathonziel auf 2582m. Hier konnte sich Heike und auch Reiner schon mal ganz entspannt den Zieleinlauf ansehen. Bei km 42 gab es eine unscheinbare Abzweigung, die für die Ultras die Möglichkeit vermittelte entweder beim Marathon 200m weiter ins Ziel zu laufen, oder weitere 500 Höhenmeter und 3595m zum Ultraziel auf den Gornergrat in Angriff zu nehmen. Der Vorabend des Laufs fand dann Ausklang bei Pastaparty und alkoholfreiem Weißbier unserem einzigen Dopingmittel.

Samstag, der große Tag, 7:13 Abfahrt für alle außer Reiner mit der Bahn von Zermatt nach St. Niklaus, Laufstart um 8:30. Das Wetter war nicht halb so gut wie am Vortag, ziemlich viele Wolken. Die Wärme des Vortags brauchten wir auch nicht wirklich, etwas kühlere Temperaturen sind zum Bergauflaufen durchaus angenehm. Von Regen blieben wir bis auf ein paar Tropfen weitestgehend verschont. Beim Bahnhof in Zermatt hatten wir dann bereits die Halbmarathondistanz hinter uns, für Uwe war das Thema bereits erledigt dafür griff auch Reiner jetzt in das Geschehen ein. Nach einer Großen Schleife durch Zermatt, vorbei an unzähligen Japanern ging es dann schließlich hinauf in die Berge über die Sunnegga hinauf zur Riffelalpe und schließlich zum Riffelberg und für die Ultras noch auf den Gornergrat. Ja, und wie haben wir uns jetzt als Flachländer gegen die eingeborenen Gemsen und anderen Bergtiere behauptet? Wir haben alle wohlbehalten und erhobenen Hauptes das Ziel erreicht. Heike hat bei ihrer Bergmarathonpremiere gleich mal das halbe Damenfeld hinter sich gelassen. Die Staffel mit Uwe und Reiner hat einen guten Mittelfeldplatz belegt. Unsere schnellste Bergziege Dieter hat gleich mal fast ¾ des Herrenfeldes hinter sich gelassen. Der Alterspräsident Richard, war mit seinen 60 Lenzen etwas weiter hinten platziert, aber fast ein Viertel des Feldes war noch hinter ihm. Am Abend haben dann die Kräfte noch gereicht um auch noch einige Höhenmeter in ein Zermatter Restaurant zu bewältigen und schließlich mussten wir ja auch noch ein langes Fußballspiel verkraften, bevor wir uns am Sonntag wieder auf den Nachhauseweg machten.

Richard Dolde